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Französische Truck Trial Meisterschaft 2020 - St Symphorien de Marmagne, Frankreich

Das Jahr 2020 ist durch die COVID19 Pandemie völlig anders als erwartet. Sowohl die Internationale Truck Trial Meisterschaft als auch die Truck Trial Europameisterschaft sind komplett abgesagt worden. Von der Französischen Meisterschaft wurde nur der Lauf in St Symphorien de Marmagne behördlich genehmigt und konnte dann auch am 19./20.09.2020 durchgeführt werden. Diese Region Frankreichs galt auch gemäß dem Robert Koch Institut nicht als Risikogebiet und Erfahrungsgemäß kommen nicht all zu viele Zuschauer in das Gelände. Somit reisten auch wir, Georg und Jürgen, zu diesem einzigen echten Truck Trial Lauf in diesem Jahr mit unserem E-TrialMog zur Weltpremiere eines E-Fahrzeuges im Truck Trial Sport an. Natürlich sehr gespannt, ob unsere Idee eines E-Fahrzeuges überhaupt unter solchen Bedingungen funktionieren kann.

Unser E-TrialMog ist immer noch der ursprüngliche TrialMog 404S lediglich der 2,8 l 140 PS/100 KW 6-Zylinder Benzinmotor wurde durch einen 25 KW Elektromotor aus der Linde E-motions Baureihe ersetzt. Der ursprüngliche Tank wich einer 100 Kg schweren 14 KWh LiFePo4 Batterie aus insgesamt 60 Zellen (2P30S). Insgesamt ist das Fahrzeug gegenüber dem Vorjahr um ca 200 Kg leichter geworden. Bei diesem ersten Versuch im Gelände haben wir auch unser 10,5 R 20 Conti AC70 mit Ackerstollenprofil mal wieder gegen die alten größeren !2,5 R 20 Dunlop SPT9 MPT Reifen mit Kommunalprofil getauscht, da gerade in dem Gelände viel recht harter Boden ist und wir so etwas mehr Bodenfreiheit haben.

Wie gewohnt war die Anreise unproblematisch. Wir konnten schon Donnerstagnachmittag los fahren und waren dann nach einer Nachtrast auf einem französischen Autobahnparkplatz bereits Freitagmittag am Gelände, so dass wir viel Zeit für die Einrichtung des Camps, die Anmeldung und den Check des E-TrialMogs hatten.

Wie immer luden wir den E-TrialMog im unteren Teil des Geländes ab um so dem Iveco mit Anhänger nicht zuzumuten zu müssen über die schlechte Zufahrt mit langer kontinuierlicher Steigung zwischen 10% und +15%, vielen Furchen und Löchern das Gewicht dort hoch ins Fahrerlager zu schleppen. Ich fuhr den Iveco ins Fahrerlager und Georg folgte langsam mit dem E-TrialMog. Oben angekommen war Georg doch etwas über den Leistungsverbrauch verwundert. Auf der ca 1km langen Strecke mit der oben genannten Steigung hatte der E-TrialMog schon ca 10 KWh der gespeicherten Energie verbraucht. Georg war dabei im 3.Gang mit Drehzahlbegrenzer auf 1000 U/min gefahren. Ich war über den Wert eigentlich nicht so verwundert, ging ich doch die ganze Zeit davon aus, dass wir nicht all zu lange fahren mit der relativ kleinen Batterie fahren können. Aber ich hatte mir noch einen günstigen Generator besorgt gehabt und so konnten wir im Fahrerlager die verbrauchte Energie wieder nachladen. Dazu sei gleich bemerkt, unser Umbau ist aus technischem Interesse erfolgt und nicht um jetzt "grünen" Truck Trial Sport zu propagieren. Uns geht es um die völlig andere Charakteristik eines E-Motors gegenüber einem Benzinmotors.

Kaum waren wir im Fahrerlager eingetroffen kamen schon die ersten Mitglieder anderer Teams auf uns zu und fragten mit Händen und Füßen nach technischen Details zu unserem Umbau. dieser war im Vorwelt schon von dem Veranstalter als Weltpremiere im Truck Trial Sport angekündigt worden. Insgesamt hatten wir den Eindruck, das der Umbau von den anderen Team als durchaus positiv und anerkennend bewertet wurde. Natürlich gab es auch einen "dummen" Spruch als wir den Generator anschmissen. Dieser war aber alles andere als Ernst gemeint und natürlich auch erwartet. Gespannt auf den nächsten Tag gingen wir in die Koje. Mitten in der Nacht hört ich dann wie Regen auf unser unisoliertes Dach von dem Iveco viel. Hörte sich schlimmer an als es ist aber dennoch macht es mir Sorgen. Das Batteriekompartment ist ja nur mit einem Gitterblech abgedeckt und zu viel Regenwasser wollte ich da nicht drin haben. Also legte ich in der Nacht noch einem Müllsack über die Abdeckung und beschwerte ihn mit Getränkekisten. Tatsächlich nieselte es zu dem Zeitpunkt nur leicht. So konnte ich aber beruhigter weiterschlafen. Tatsächlich hat es dann in der Nacht aber auch nicht viel mehr geregnet. Für das Gelände bedeutete der leicht Nachtregen nur, das der Staub etwas gebunden wurde. Mehr nicht. Für den Samstag wurde bewölkt warmes Wetter vorhergesagt und wieder etwas Regen in der Nacht zum Sonntag.

Am Samstag morgen nach dem Frühstück war um 09:00 die Fahrerbesprechung und Einteilung der Gruppen und Sektionen. Wir gehörten mit drei S2 Unimog 416, einem Ural 6x6 Prototyp und einem 4x4 Prototyp im Doppelstart in die Gruppe 4 und durften in Sektion 1 starten. Insgesamt waren 6 Sektionen in dem Gelände gesteckt. Langsam fuhren wir zu de Sektionen zur mittleren eben hinunter, dabei konnten wir bemerken dass im Schiebebetrieb unserer Controller Energie in die Batterie zurückschiebt aber auch der Drehzahlbegrenzer im Schiebebetrieb wirkt und den Motor nicht höher als die eingestellten 1000 U/min drehen lässt. Tatsächlich musste ich dazu auch immer noch mit dem Fahrpedal (den es ist kein Gaspedal mehr) angeben das ich fahren möchte. Beim freigeben des Fahrpedals bremste der Motor schnell auf Nulldrehzahl herunter. Bremsen mit der Fußbremse war überflüssig.

In der Startreihenfolge durften wir als 4.Team starten hinter den beiden Teams auf dem 4x4 Proto und einem Unimog 416. Die Sektion war eine von den beiden einfachen Sektionen, was mir in diesem Fall sehr recht war, denn wir hatten ja noch keinerlei Erfahrung mit unserem neuen E-TrialMog. Das Gelände war mehr oder weniger eben mit einer Hügellinie in der Mitte. Auf dieser Hügellinie waren dann auch die fünf Tore gesteckt aber mit zusätzlichen Baggerlöchern bzw. Aushubhaufen garniert um es nicht all zu leicht zu machen. Wir fuhren erst im 3.Gang über die Ebene zu dem ersten Anstieg Tor über die Hügelkette, dort schalteten wir hinunter in 2.Gang und überfuhren langsam den Kamm. Nun ging es im Bogen wieder 3.Gang zu ebenfalls einem Tor auf dem Kamm. Von diesem waren allerdings zwei Absätze jeweils ca. 3/4 Rad hoch und das ganze aus losem Erdaushub. Aber auch hier fuhr der E-TrialMog völlig locker im 2.Gang hinüber. Wir beobachteten dabei auch unsere Leistungsanzeige. Auf der Ebene stand dort weniger als 3 KW und bei dem überschreiten des Hügelkamms kletterte die Anzeige so auf 7 KW hoch. In einer schleife ging es zurück über den Kamm um dann ein leichtes Schrägtor über einen Aushubhaufen zu fahren. Auch dies funktionierte wieder einwandfrei. Der E-TrialMog ließ sich nur mit dem Fahrpedal sehr gut rauf als auch runter in der Geschwindigkeit variieren. Als nächstes ging es rückwärts durch ein weiteres Schrägtor welches halb in ein Baggerloch und auf der anderen Seite in den entsprechenden Aushubberg gesteckt war. Das letzte Tor ließen wir dann aber aus. Dieses war quer zu einem tiefen Baggerloch gesteckt. Bei dem 416 vor uns konnten wir sehen, dass es für ihn schon recht kippelig war wobei er schräg durch das Baggerloch fuhr. Für uns war die kritisch, unser E-TrialMog ist aus allen Erfahrungen noch kippeliger und der Schwerpunkt hat sich durch den Umbau verlagert. Es steckt nicht mehr der schwere Motor vorne unter der Motorhaube, dafür ist die Batterie hinten auf der Ladefläche. Umkippen wollten wir bei diesem Wettkampf unbedingt vermeiden. Uns ging es weniger um die Punkte als um den Test des E-TrialMogs. Da können wir schnelle Schäden durch einen Umfaller und das gleich n der 1.Sektion nicht gebrauchen. Wir überlegten noch ob wir quer durch das Baggerloch fahren können. aber die Kanten waren so steil und das Loch so tief, dass dies für uns nicht als machbar erschien. So verließen wir die 1.Sektion und hatten mit der Anfahrt aus dem Fahrerlager ca 3% Batterieleistung verbraucht. Gut eine einfache Sektion mit nur wenigen kurzen Steigungen aber trotzdem viel weniger Verbrauch als erwartet.

Als nächste Sektion bekamen wir Sektion 2, die zweite einfache Sektion. Diesmal war Georg am Steuer, denn wir wechselten uns wie im letzten Jahr schon von Sektion zu Sektion auf dem Fahrerplatz ab. Wieder gab es 5 Tore. Das erste Tor konnte direkt vom Eingang angefahren werden und lag auf einem kleinen Baggerhügel. Dieser war so kegelig, dass die Gefahr des Aufsetzens mit der Rahmenmitte bestand so dass wir es etwas schräg anfuhren. so schabte nur der Rahmen leicht über den Boden. Aber wir konnten so gleich direkt in das 2. Tor Abwärts einfahren. Danach ging es gerade über eine Wiese zu dem 3.Tor welches leicht schräg an die Kante eines Abwärtsabsatzes von ca 2m Höhenunterschied gesteckt war. Wir kamen gut durch und wieder nur kontrolliert gebremst durch den E-Motor. danach ging es nochmals eine Etage tiefer und in einem Bogen zurück an eine kleine Steigung mit relativ lockerem und bereits etwas zerwühltem Untergrund zum 4. ebenfalls leicht schrägen Aufwärtstor. erstaunlich leicht fuhr hier der E-TrialMog wieder nur mit 1000 U/min und ohne jedes Durchdrehen der Räder hinauf und ließ sich sehr gut durch das Tor zirkeln. Mit dem Benzinmotor hätten wir hier mehr Schwung/Geschwindigkeit gebraucht und wären nicht so durch das Tor gekommen weil ein korrigieren fast unmöglich gewesen wäre. Oben ging es nochmals in einem Kreis an den 2m Geländeabsatz um hier ein Aufwärtstor zu fahren. Auch hier ging es ganz langsam und kontrolliert an den Absatz und hinauf. Auch in dieser Sektion haben wir nur an den beiden letzten Steigungen mal 10KW Momentanleistung ablesen können. Unsere Batteriekapazität lag noch bei über 93%. Aber es waren auch die beiden einfachsten Sektionen noch ohne große Steigungen.

Nach kurzem Hin und Her ob erst eine Mittagspause eingelegt werden soll oder noch eine weitere Sektion zu fahren ist wurde entschieden in die Sektion 3 zu gehen. Diese war nun schon anspruchsvoller. Anspruchsvoller für das Team weil alle 5 Tore kippelig gesteckt waren und anspruchsvoller für den Antrieb weil die ganze Sektion an einem Hang lag und insgesamt mehr Steigung hatte als die vorhergehenden Sektionen. Vom Eingang ging es zunächst an ein schräges Abwärtstor welches über eine Stein oder Felsschräge führt. Bei der Besichtigung über legten wir uns verschiedene Möglichkeiten um dies anzufahren. Letztlich entschieden wir uns doch dafür es direkt von oben anzufahren. Wie erwartet war es kippelig aber es ging zu fahren. Danach ging es im Bogen um einen Hügel und dann quer zum Hang zwischen zwei Aufwärtstoren hindurch um dann zu einem Abwärtstor zu fahren. Dieses war eigentlich schön quer zum Haupthangprofil gesteckt. Also quasi in der Falllinie des eigentlichen Hanges zu durchfahren. Aber das wäre ja zu einfach. Also war es an einen Wall in Längsrichtung des Hanges gesteckt des Kante nach unten immer höher und steiler wurde. Ich fuhr schon möglichst weit links aber wir hatten schon sehr deutliche Schräglage und es wurde immer mehr. Ich wollte weiter nach links lenken aber dies funktionierte nicht vernünftig, die Hauptlast war auf dem linken Vorderrad. Ganz langsam tasteten wir uns vorwärts den alten Spruch solange er wippt kippt er nicht. Doch die Neigung wurde größer und das Wippen hörte auf. Ich sah uns schon auf der Seite liegen, gab aber mit dem Fahrpedal vollen Schub nach vorne. Natürlich Drehzahl begrenzt auf 1000 U/min. Wir hatten Glück im letzten Moment kam er links wieder etwas hoch und wir aus der Schräglage heraus. Unten mussten wir dann auf engem Raum drehen. Unter Ausnutzung der Geländeeigenschaften, nur mit leicht durchdrehendem Hinterradantrieb konnten wir auf engstem Raum drehen und so zum ersten von drei mehr oder weniger in einer Linie stehenden Aufwärtstoren fahren. Bei dem ersten Tor merkten wir, dass die Reifen nicht so griffen wie sie sollten, wir hatten ständig Schlupf und leichtes Durchdrehen. Dies waren wir aus den Vorjahren mit den Ackerstollenreifen so nicht in Erinnerung. Trotzdem kamen wir hinauf und durch das Tor. Weiter ging es zum nächsten Tor hier begannen dann ausgewaschene Rinnen im Boden was zusätzlich zu Seitenneigung führt aber noch im sehr verträglich Rahmen war. Erst beim letzten Aufwärtstor wurde diese Rinne zu einem richtigen Canyon. Wir versuchten uns an den rechten Rand zu drücke um möglichst wenig Schräglage zu bekommen. Dies funktionierte dann auch einigermaßen aber die Reifen rutschten deutlich mehr als erwartet. Sie waren wohl dich nicht die richtige Wahl für dieses Gelände. Und die steilen und mit Canyons durchfurchten Sektionen standen uns noch bevor. Bei diesen ist ein extrem harter Untergrund auf dem wie bei Sandpapier ein leicht lösliche dünne Sandschicht liegt. Wir waren gewarnt. Aus der Sektion ging es dann wieder über eine kurze Wiese. In dieser Sektion hatten wir mal 12 KW Leistungsaufnahme beobachtet aber der die Gesamtkapazität war jetzt nach der 3.Sektion nur auf immer noch 89% abgesunken. Wir waren immer überraschter über diesen unerwartet geringen Verbrauch in den Sektionen.

Nach einer verspäteten Mittagspause ging es nun in Sektion 5 wieder mit Georg am Steuer. Diese Sektion war nun mit steileren Passagen und tiefen Canyons und Spalten. Schon bei der Besichtigung war an manchen Stellen einfaches laufen schwierig. Auch die Wanderschuhe hatten keinen Grip. In der Sektion waren diesmal sechs Tore gesteckt. Wir mussten in der Sektion beginnen. Vom Eingang ging es zunächst steil nach unten durch einen mehrere Meter tiefen Graben und dann wieder schräg hinaus. Durch den Graben und vor allem hinaus mussten wir Schräg fahren um nicht die Stoßstange einfach in die Kante zufahren. Nun ging es zu einem Tor, welches quer zum Ausgang eines Canyons gesteckt war. Dies durchfuhren wir von oben etwas schräg und vermieden so zu viel kippelige Schräglage danach ging es über einen Anstieg und bogen zu einem Tor auf einem spitzen Kamm mit einer steilen über Fahrzeug lagen Abfahrt. über den Kamm und durch das Tor kamen wir mit leichtem Schaben das Rahmens auf dem Boden. Langsam durch den Motor gebremst ging es hinunter. Allerdings hatten wir hier aus der Erfahrung der vorhergehenden Sektion den ersten Drehzahlbegrenzer auf 1000 U/min freigegeben und nur den zweiten bei 3275 U/min eingeschaltet um nötigen Fall doch schneller rollen zu können. Aber wir kamen gut herunter obwohl ein Hinterrad schon deutlich in die Luft ging. Unten drehten wir um zu dem nächsten Tor auf dem Kamm nach einem steilen und mit gewühlten Löchern zu kommen. Natürlich jetzt wieder mit Drehzahlbegrenzer 1000 U/min. Zunächst kletterte der E-TrialMog gut ruf blieb dann aber doch mit vier durchdrehenden Rädern in den von anderen Teilnehmern gewühlten Löchern hängen. Also beschlossen wir nochmals etwas zurück zu fahren und ein klein wenig weiter links anzufahren. Diesmal kamen wir höher, die Vorderräder fast schon oben als die Räder begannen durch zu drehen. Aber den E-TrialMog bewegte sich noch wenig nach vorne deutlicher nach rechts auf die Torstange und die Löcher zu. Aber so gerade langte es. Im letzten Moment zog er wieder nach vorne und durch das Tor. Aber wir standen nun anders schräger am Hang hinter dem Kamm und mussten nach rechts in einen Canyon mit vor allem auf der linken Seite einer fast senkrechten und harten Wand. Wir versuchten in den Canyon zu kommen aber der E-TrialMog rammte die Stoßstange in die Wand und drehte nicht nach rechts. Der Winkel war aber noch nicht ausreichend um zu versuchen mit Kraft den E-TrialMog daran zu drehen. Wir versuchten uns rückwärts neu zu positionieren, aber das Heck kam nicht weit genug herum. In etlichen Versuchen amen wir nicht wirklich viel weiter. Dann wurden wir wegen Zeitüberschreitung abgepfiffen. Nun beschlossen wir uns mit dem Bagger aus der Situation heben zulassen, weil dies schonender für das Fahrzeug und auch schneller zu bewerkstelligen schien, denn wir wussten nicht wie lange wir brauchen würden aus der Verkeilung heraus zu kommen. Leider sammelten wir so durch den Abbruch und die noch nicht gefahrenen Tore viele Punkte. Aber nachdem es uns ohnehin nicht so auf die Platzierung ankam machte uns dass nicht so viel aus. Auch jetzt hatten wir nur etwa 9% Energie verbraucht und diesmal haben wir bei dem Steilanstieg eine maximale Entnahme von 15 KW beobachtet. Zeitlich war klar, dass an diesem Tag nur noch eine Sektion zu fahren war und wir jetzt sicher waren mit der Batteriekapazität zumindest den ersten Tag überstehen.

Die letzte Sektion Nr. 4 war an einem Steilhang gelegen und es musste von oben eingefahren werden. Wir mussten also erst mal hinauf ins Fahrerlager um dann von dort zum Start zufahren. Da wir als letzte starten mussten hatten wir nach der Besichtigung der Sektion viel Zeit und konnten ganz langsam diesmal im 1.Gang mit nur den mittlerweile gewohnten 1000 U/min dort hin krabbeln. So war auch der Energieverbrauch minimal. Die Langsamkeit ist der Schlüssel zum geringen Verbrauch. Schon vor dem eigentlichen Eingangstor ging s in den Steilhang mit Löchern und Rinnen. Nur durch den wieder ordentlich Drehzahl begrenzten Motor ging es langsam den Steilhang hinunter. Der Strom wechselte mehrfach die Polarität mal floss Energie in die Batterie zurück und beim Queren der Löcher und Rinnen wurde geringfügig Leistung entnommen. Langsam und kontrolliert aber ohne Betätigung der Bremse ging es hinunter. Unten fuhren wir dann Rückwärts in einen Querweg um dann um einen kleinen Hügel herum von unten zu einem schräg Aufwärtstor zu kommen welches quer zu einer Rinne im Hang gesteckt war. Diesen Weg war wohl den Spurn nach vorher noch niemand so gefahren, erschien uns aber als deutlich weniger kippelig als alles was wir vorher so gesehen haben. Einige Fahrzeuge haben hier auf der Seite gelegen. Erst sah es allerdings so aus als wenn wir mit den rechten Rädern in der Rinne hängenbleiben und wir so nicht weit genug nach rechts kommen um die Vorderachse in das Tor zu bekommen. In Frankreich ist die Regel allerdings so das eine und nicht unbedingt die erste Achse durch das Tor muss und hinter dem Tor wurde die Kante der Rinne geringer so dass dort der E-TrialMog eigentlich heraus krabbeln musste. Doch wir hatten sogar noch mehr Glück kurz vor erreichen des Tores zog die Vorderachse aus der Rinne und wir kamen so sogar mit beiden Achsen durch das Tor. Nun mussten wir drehen und durch ein Tor fahren was gerade eine Fahrzeugbreite neben einen steilen Abgrund gesteckt war. Wenn hier die linken Räder nur ein bisschen an die Kante rutschen gibt es kein halten mehr und wir kippen über die Kante in den Abgrund. Daher wählten wir die weniger riskante Alternative und fuhren langsam Zentimeter für Zentimeter mit der Vorderachse in das Tor und zogen dann als die Achse drin war nach rechts von der Kante weg und natürlich mit der Hinterachse über die rechte Torstange. Weiter ging es durch ein leichtes Abwärtstor. Dann mussten wir in zwei Zügen drehen um dann ganz knapp an dem zu erst gefahrenen Tor vorbei wieder zum Steilhang zufahren. An diesem gab es ein Quertor im Hang und direkt daneben ein Aufwärtstor. Schon am Anfang des Tages hatte sich ein Unimog an dieser Stelle bei dem Quertor überschlagen und ist dann noch weiter auf die Seite gekippt. Nicht gerade ermutigend für uns. Daher hatten wir bei der Besichtigung schon beschlossen das Quertor aus zu lassen, zu viel Risiko. Das Aufwärtstor gingen wir gerade von unten in der Falllinie an und unser E-TrialMog fuhr einfach und ohne echte Mühe mit maximal 17 KW weit hinauf und locker durch das Tor. Im letzten Jahr haben wir an einem absolut vergleichbaren Tor die volle Benzinmotor Power benötigt um dahin zu kommen, dabei allerdings deutlich schneller. Auf dem sicheren Weg rückwärts verkehrt herum durch das Tor ging es für uns wieder den Hang hinunter und dann durch eine leichte Schrägpassage zum Ausgang.

Der erste Tag war geschafft und wir fuhren wieder gemütlich langsam ins Fahrerlager zurück. Wir hatten oben angekommen noch 69% auf dem Kapazitätsmesser. Wir konnten also nun erstmals wirklich hoffen auch am zweiten Tag alle Sektionen fahren zu können. Und weil wir ja den Generator zur Verfügung hatten, konnten wir auch auf die Wünsche von anderen Teilnehmern eingehen mit ihnen ein paar Demonstrationsprobefahrten zu machen. Hierbei erlaubt ich mir auch ein bisschen mehr mit dem Antrieb zu spielen. So schaltet ich im Stand in den höchsten direkten Gang und fuhr dann einfach mit noch deutlicher Beschleunigung diesmal auf 3275 U/min los. Auch fuhren wir über ein paar Hügel diesmal im 2.Straßengang und auch dort hielt der Motor dann bei den Abfahrten den E-TrialMog. Bremsen mit der Fußbremse nicht nötig. Allerdings saugten diese Fahrten dann auch noch einmal 8% Energie aus dem Speicher. Danach und nach vielen Erklärungen zum Umbau mit Zeichnung auf dem staubigen Boden parkten wir den E-TrialMog für die Nacht und ließen die Batterien wieder vom Generator befüllen.

Nach einer glücklichen Nacht in bester Hochstimmung nach dem überaus erfolgreichen Einstieg am ersten Wettkampftag, starteten wir auch am Sonntagmorgen wieder hoch motiviert. Unsere erste Sektion war wieder die besonders kippelige Sektion umgebaute Sektion 5 jetzt 15. Schon die steile Abwärtseinfahrt war für unser Fahrzeug eine Herausforderung. Vorwärts wie die anderen konnten wir nicht einfahren weil bei uns die vordere Stoßstange zu niedrig ist. Die würden wir nur in den Gegenhang drücken. also fuhren wir rückwärts ein um dann schon gleich in eine kippelige Situation zu geraten. Mit kleinen kurzen Fahrbewegungen vorwärts und Rückwärts konnten wir aber den E-TrialMog drehen ohne um zuschmeißen. Hier half ganz besonders der besonders feinfühlige Fahrantrieb. Nichts mit Bremse und Kupplung betätigen nur mit dem Fahrpedal und dem elektrischen vorwärts-rückwärts Schalter. Mit dem alten Benziner hätten wir vermutlich mehr geschwitzt. Nachdem wir den E-TrialMog endlich stabil im Eingangsgraben hatten ging es nach einem kurzen Stück im Graben an der flachsten Stelle wieder nach links den Wall hinauf und weiter in die Sektion. Da ging es zunächst in einer Runde zu einem Tor wieder auf dem spitzen Kamm eines Hügels. Dies ging wie bereits am Vortag recht problemlos. Nur standen wir nun blöd für alle weiteren Tor. Wir mussten also erst einmal rückwärts aus dem Geländeeinschnitt dann über einen Hügel einen Kreis drehen um in einen nächsten Geländeeinschnitt zu gelangen. Von dort ging es dann rückwärts durch ein Abwärtstor in einen Canyon und anschließend vorwärts seitlich an dem Tor wieder aus dem Canyon. Dies funktionierte für uns gut. Ein Tor über einen schmalen aber bis zu 1,5m Graben ließen wir aus. Wenn wir hier in den Graben gerutscht wären hätte es kein herauskommen mehr gegeben und die Chance hinein zu rutschen schätzten wir mit größer 50% ein. So fuhren wir jetzt zu einem Aufwärtstor aus dem Eingangsgraben, wir wollten rückwärts durch das Tor in den Graben fahren um dann vorwärts wieder hinaus zufahren. Aber wir kamen nicht weit genug zurück und so konnten wir auch dieses Tor nicht fahren. Wir machten uns auf den Weg zum Ausgang und mussten dazu nochmals schräg in den Graben, aber auch hier begann schnell der E-TrialMog zu kippeln und wir beschlossen nicht vorwärts sondern rückwärts in den Graben zu fahren. Gerade als wir hierzu ansetzten wurden wir wieder wegen Zeitüberschreitung abgepfiffen. Aber auch hier war dies nicht dem Antrieb sondern eher der Angst des Teamchefs vor dem Umkippen geschuldet. Trotz voller Ausnutzung der Zeit und mehreren steilen Anstiegen haben wir in dieser Sektion wieder nur ca 5% Kapazität bei maximal 17 KW Leistungsentnahme benötigt.

Die nächste Sektion war die Sektion 6. Diese war wieder Hügelig mit Steilanstiegen und diesmal auch einer größeren Wasserfläche. Es zeigte sich aber bei den vorher fahrenden Teams, dass das Wasser nicht tief und der Boden griffig ist. Vom Eingang fuhren wir zunächst eine steile weg hinauf um anschließen durch eine Senke vor ein Tor an einen weiteren Steilanstieg zu kommen. Das alles ließ sich in mittlerweile gewohnter Manie nur mit dem dosierten Fahrpedal gut fahren. Nach dem ersten Tor fuhren wir nach rechts zu dem Tor in der Wasserfläche und machten uns dabei auch einen Neuen Plan für in weiteres Tor neben der Fläche. Zu dem Wasser ging es erst einen kleinen Abhang hinunter und dann im Bogen durch das Tor und in das Wasser. Da es hier aber mehr oder Weniger Eben war wurden gerade mal die Räder nass aber der Motor wurde nicht ins Wasser gezogen. Allerdings mussten wir in dem Wasser nochmal rückwärts rangieren um nicht an die Bande zu kommen. Danach ging es über einen etwas längeren Steilanstieg durch das nächste Tor. Der anstieg und auch das Tor selbst waren kein Problem aber hinter dem Tor kamen wir wieder in eine sehr kippelige Situation. An der selben Stelle hatte in ähnlicher Situation unser TrialMog vor zwei Jahren schon auf der Seite gelegen. Dass wollten wir nicht wiederholen und versuchten also mit kleinen Zügen uns langsam aus der Situation zu befreien, was auch nach vielen Richtungswechseln gelang. aber so ging uns die Zeit aus. Also fuhren wir jetzt zügig und ohne den 1000 U/min Drehzahlbegrenzer zum Ausgang und aus der Sektion. Wir hätten noch 50 Sekunden gehabt. Das hätte für kein weiteres Tor gereicht. Auch hier war der Energieverbrauch und die Leistungsaufnahme wieder wie in der Sektion davor.

Nach der Mittagspause folgte für uns die umgebaute Sektion 14 mit Steileinfahrt von oben. In dem Steilhang war seitlich ein leicht schräges Tor gesteckt, welches allerdings gemäß den Spuren bisher keiner gefahren war. Auch wir ließen dieses Tor aus. Unten fuhren wir in einem Kreis zu einem Tor welches Quer zum Hang oberhalb eines stabilen Baumes war. Dieses Tor konnten wir probieren denn im Schlimmsten Fall würden wir nur auf den Baum rutschen aber nicht kippen. Das Tor ließ sich aber gut fahren. Der Waldboden war an dieser Stelle sehr griffig. Hinter dem Tor zogen wir nach oben in die Falllinie um dann rückwärts zu einem weiteren Tor bzw. genauer gesagt an diesem rückwärts vorbei zu fahren. Wir passten gerade so zwischen der Torstange und dem begrenzenden Gelände Profil hindurch und konnten anschließend das Tor gut von unten fahren. Ein daneben liegendes Abwärtstor in einen Graben erschien uns als zu kippelig und wir ließen es aus. Praktisch alle Mogs die dies Tor versuchten legten sich hier auf die Seite. Es blieb uns noch ein Abwärtstor in einer Steilabfahrt parallel zu Einfahrt. Allerdings war der Mitte dieser Abfahrt eine vor allem im oberen Teil tiefe Rinne. Wir beschlossen das Tor von unten verkehrt herum zu fahren um dann Rückwärts wieder das Tor richtig zu fahren. Der E-TrialMog kam auch sehr gut den Hang hinauf aber wir wären nicht ohne die linke Torstange um zufahren in das Tor gekommen. Da sowohl das Brechen der Torstange als auch das verkehrte Durchfahren viele Strafpunkte bringt lohnte sich der Versuch nicht und wir brachen es kurz vor dem Tor ab. Rückwärts fuhren wir wieder den Hang hinunter und zum Ausgang hinaus. Auch hier gab es keine Änderung bei Energieverbrauch und Leistung.

Als letzte Sektion des Wettkampfes bekamen wir wieder eine einfache Sektion, die zur 12 umgebaute 2. Die Tore im oberen flachen Bereich gingen trotz Umbau des Geländes mit dem Bagger völlig unspektakulär. Ein Abwärtstor im unteren gestuften Bereich erschien bei den vorausfahrenden Teams als durchweg kippelig. Aber wir hatten eine etwas anderen Plan und vertrauten jetzt auf die positiven Eigenschaften des bremsenden E-Motors. Wir konnten extrem langsam hinter dem Tor den Abhang schräger als die anderen Herunterfahren und unten nach rechts weg ziehen und so die kipplige Stelle meiden. Allerdings hatten wir dann Probleme bei der geplanten Auffahrt zurück zur oberen Ebene. Der Weg war völlig zerwühlt mit großen Löchern. So kamen auch wir nicht direkt hinauf. Da wir aber zurücksetzen mussten konnten wir gleich unten drehen um zu dem letzten eigentlichen Aufwärtstor zu kommen. Aber auch dieser Anstieg war komplett zerwühlt und kaputt gefahren mit riesigen Löchern. So hatten wir auch in zwei Versuchen keine Chance und brachen ab. Jetzt konnten wir nur noch an einer weiteren etwas flacheren Stelle wieder auf die Ebene zurückkehren und in einem großen Abschiedskreis aus der Sektion fahren.

Insgesamt hatten wir an diesem 2. Tag gerade mal 25% vorhandener Energie verbraucht. Über beide Tage mit den Demofahrten und der ersten auffahrt in das Fahrerlager am Freitag haben wir also in Summe ca. 75% der einfachen verfügbaren Batteriekapazität verfahren. Oder anders gesprochen alles zusammen 10,8 KWh, das entspricht etwa 1,1 l Superbenzin. Zum Vergleich in den Vorjahren haben wir im gleichen Gelände und vergleichbaren Sektionen zwischen 25 l und 27 l Superbenzin benötigt. Der Motor ist in der Temperatur nie richtig heiß geworden, die Temperatur lag höchstens bei 50°C. 100°C sind für den Motor auf Dauer zulässig. Der Controller ist daschn etwas kritischer weil für ihn nur 80°C erlaubt sind, aber auch hier wurde von uns nur die maximal Temperatur von 57°C beobachtet. Dennoch gibt es hier etwas Handlungsbedarf. Denn durch das langsame Fahren gibt es keinen richtigen kühlenden Luftstrom durch den Kühler. Wir werden hier wohl noch einen günstigen Ventilator nachrüsten. Das Fahrverhalten des Antriebs war fantastisch, völlig anders als der bisher hochdrehende Benzinmotor. Es hat beides seinen reiz aber beim Trial ist die kraftvolle Langsamkeit einfach von Vorteil. Das macht süchtig.

Für die Siegerehrung wurden wir gebeten unseren E-TrialMog auch flankierend neben das "Treppchen" auf zustellen, was wir natürlich auch gerne machten. So blieb uns bis zur Siegerehrung nur das Camp wieder abzubauen und den Transporter für die Heimreise zu rüsten.

Bei der Siegerehrung gab es dann noch etwas Überraschung. Zunächst bekamen wir den "Innovationspokal" für die erfolgreiche Premiere eines Elektrofahrzeugs beim Truck Trial und danach wurden wir auch noch für den 2.Platz in der Klasse S1 geehrt und waren damit nicht mal wie eigentlich angenommen Letzter. Mit dieser Hochstimmung konnten wir glücklich nach der Siegerehrung im Dunkeln den E-TrialMog verladen und uns auf die erste Etappe der Heimreise machen.

Zuschauer Video unserer Sektion 15 unter Sektion 15

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